POLITIK

Die Frau die, Drachentöterin von Donald Trump werden soll

Liz Cheney. Wie die Republikanerin den Ex-Präsidenten politisch ausschalten – und vielleicht selber ganz nach oben will

Gerade erst durfte Liz Cheney wieder die ganze Schizophrenie der republikanischen Partei Amerikas hautnah miterleben. In der Präsidenten-Bibliothek von Ronald Reagan in Kalifornien hielt die 55-jährige Konservative, die sich zur entschiedensten Widersacherin ihres Parteikollegen Donald Trump aufgeschwungen hat, eine Rede, die schon zum Auftakt Beifall auslöste.

Als sie bei „Wir müssen uns entscheiden. Republikaner können nicht zu Donald Trump loyal sein und gleichzeitig zu unserer Verfassung“ angekommen war, setzten Ovationen im Stehen ein. Was dabei mitschwang: Reagan, der Hollywood-Schauspieler, mag wie Trump einst Quereinsteiger in der Politik gewesen sein. Ein narzisstischer Zerstörer, der sich Republik und Republikaner auf Teufel-komm-raus untertan machen will, war er nie.

APA/AFP/GETTY IMAGES/Drew AngererVon Trump befreien

Gemäßigte Konservative alten Schlages sehen in Cheney, Mutter von fünf Kindern, insgeheim die „Drachentöterin“, die die Partei von Trump befreit.

Vor allem weil sie als Vize-Chefin des Untersuchungsausschusses zum Sturm aufs Kapitol messerscharf und mit stoischer Ruhe das Sündenregister Trumps freilegt. Das lässt ihr Ansehen über Parteigrenzen hinweg in neue Sphären steigen. Freilich: Trump-Fans hassen sie wie die Pest.

„Schwärzeste Stunde“

Erst vor kurzem drückte sie der Aufarbeitung der „schwärzesten Stunde“ der US-Demokratie (Präsident Biden) ihren Stempel auf, als sie Trump zwischen den Zeilen in die Nähe strafbaren Handelns rückte. Danach habe sich der Rechtspopulist der Beeinflussung von Zeugen schuldig gemacht. Das aber, so Cheney, werde man „sehr ernst nehmen.“

Cheneys unerbittliche Verfolgung des früheren Präsidenten lässt in den USA die Frage nicht abwegig erscheinen, ob sie 2024 selbst den Hut für eine Kandidatur zum Weißen Haus in den Ring werfen könnte. „Darüber habe ich noch nicht entschieden“, ließ sie kürzlich alles im Unklaren.

Sie ist „erledigt“

Dass sich Liz Cheney die Option offenhält, liegt an der zweiten Wirklichkeit, in der die Tochter des umstrittenen Vize-Präsidenten Dick Cheney lebt.

In ihrem Heimatbundesstaat Wyoming, …read more

Source:: Kurier.at – Politik

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