POLITIK

Putin und Erdogan schlossen Wirtschafts- und Energievereinbarung

Die Türkei beteiligt sich zudem nicht an den westlichen Sanktionen gegen Russland – was die Bedeutung des Landes etwa für russische Firmen steigert.

Erdogan schien das Rampenlicht bei seinem Besuch in Russland nicht unangenehm. „Jetzt schaut die Welt wieder auf Sotschi“, sagte er zu Beginn des Treffens mit Staatschef Wladimir Putin am Freitag. Stunden später hieß es abends in einer gemeinsamen Erklärung, man habe sich auf einen Ausbau der Beziehungen etwa im Bereich Handel, der Industrie und im Tourismus geeinigt. Beide Seiten hätten auch vereinbart, dass die Türkei russisches Gas künftig in Rubel zahlen werde, hieß es.

Die Türkei – enger Partner Russlands und gleichzeitig NATO-Mitglied – scheute auch diesmal nicht die Nähe zu Moskau. Die Türkei und Russland pflegen eine Partnerschaft, die vor allem von strategischen Interessen geprägt ist. Daria Isachenko von der Stiftung Wissenschaft und Politik nennt sie „ein sehr empfindliches Netz von Verbindungen“. Die Türkei ist von Getreide, Energie und Touristen aus Russland abhängig. 2020 stammten fast 34 Prozent der türkischen Gasimporte von dort. Über die Türkei verlaufen russische Gaspipelines. Die Türkei beteiligt sich zudem nicht an den westlichen Sanktionen gegen Russland – was die Bedeutung des Landes etwa für russische Firmen steigert.

Der russische Außenpolitiker Alexej Puschkow etwa lobte Erdogan dafür, dass dieser „im Gegensatz zu den Euro-Politikern“ die Interessen des eigenen Landes vertrete und sich nicht fürchte, dazu auch einmal „dem kollektiven Westen entgegen zu treten.“ Beide Länder stehen zeitgleich in Konflikten wie in Syrien, Libyen oder in Berg-Karabach auf unterschiedlichen Seiten, ohne direkt gegeneinander vorzugehen.

Auch deshalb dürfte die Türkei auf grünes Licht zu einer weiteren Syrien-Offensive angewiesen sein. Hüseyin Bagci, Vorsitzender des türkischen Foreign-Policy-Instituts, sagte der dpa, Erdogan sei nach Russland gereist, weil er bisher nicht das bekommen habe, was er wollte – nämlich ein Einverständnis für eine weitere Offensive in Syrien. Mit der droht der türkische …read more

Source:: Kurier.at – Politik

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