KULTUR

Zwei Arten, die Liebe zu genießen (zeitweise)

Catherine Cusset und die Geschichte von Clarisse und Eve: „Die Definition von Glück“

Die Geschichte von Clarisse und Ėve strahlt, trotz der Dramatik, Ruhe aus.

Kluge Ruhe.

Einen Witz gibt es aber schon, Clarisse hört ihn im Radio: Welche Superkraft haben Frauen über 50?

Die Unsichtbarkeit.

Die Gefahr ist, dass man die Ruhe als langweilig missversteht. So sehr ist man die Hektik gewöhnt, sogar beim Lesen. Im Roman ist von „Gefangenen der Schnelllebigkeit“ die Rede …

Momente

Die französische Schriftstellerin Catherine Cusset – Foto oben – hätte „Die Definition von Glück“ auch „Die Definition von Unglück“ nennen können. Es würde nur einen kleinen Unterschied machen.

Clarisse und Ėve.

Zwei Frauen, die sich erst im Alter kennenlernen (obwohl sie einander, ohne es zu ahnen, immer sehr nah waren). Einzeln werden sie beobachtet: von Jugend an bis in ihre 50er.

Zwei Frauen und zwei Arten, sich glücklich zu fühlen, zeitweise. Zwei Arten, um zu versuchen, mit erlittenem Unglück umzugehen.

Die Geschichte von Clarisse ist die komplizierte. Sie erlebt intensive Liebe als momentanes Glück. Verweile doch, du bist so schön.

Aber ihre Männer verlassen sie, wie auch ihre Mutter seinerzeit verlassen wurde.

Ihr Ehemann verabschiedet sich mit der besten Freundin. Der nächste Partner ist manisch-depressiv und verschwindet einfach, nachdem er sich auch mit den drei Kindern von Clarisse schön angefreundet hat …

Die Psychologin sagt: „Das Verlassenwerden hat etwas Strukturelles. Etwas, das sich wie ein Muster von Generation zu Generation wiederholt.“

Clarisse will eine Nomadin sein und „in den Revieren der Zeit wildern.“ Dabei tappt sie von einer Falle in die nächste – wie schon als 16-Jährige, als sie dachte, ein Bursch sei in sie verliebt, dabei sorgte er dafür, dass Clarisse von seinen Cousins vergewaltigt werden konnte.

Ihr Glück ist intensiv und kurz. Sie plant nicht. Jobs wechselt sie wie Männer, bei ihrem letzten Mann, einem Flohmarkthändler, geht es nur noch um seinen Körper. Danach ist sie süchtig,

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Source:: Kurier.at – Kultur

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