WIRTSCHAFT

Swarovski-Strukturreform laut Schiedsgerichtsurteil rechtswidrig

Reform muss nun offenbar in vollem Umfang rückabgewickelt werden. IV-Präsident Swarovski und Familie Manfred bekamen recht.

Die vor knapp zwei Jahren von Ex-CEO Robert Buchbauer eingeleitete Strukturreform im Tiroler Kristallkonzern Swarovski muss offenbar rückabgewickelt werden. Ein Schiedsgericht befand die Reform für rechtswidrig. Die Klage war von einer Gruppe „oppositioneller“ Familienmitglieder rund um den Tiroler IV-Präsidenten Christoph Swarovski und die Familie Manfred eingereicht worden. Sie forderten in einer Stellungnahme einen Neustart.

Verantwortliche Personen samt Berater sollen „Verantwortung für die Fehlentscheidungen der letzten Jahre“ übernehmen und sich unmittelbar aus dem Verantwortungsbereich des Konzerns zurückziehen, unterstrich Christoph Swarovski in einer Stellungnahme gegenüber der APA. „Unabhängig von den internen Abklärungen müssen sich nun alle Beteiligten auf den Erfolg in der Zukunft konzentrieren“, hieß es weiter.

Das Management und der Aufsichtsrat bei Swarovski sollte künftig nicht nach reiner Familienzugehörigkeit, sondern nach objektiven Qualifikationskriterien besetzt werden, so seine Vorstellung. Außerdem brachte er die Schaffung einer Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht mit einem klaren Bekenntnis zu den Standorten in Tirol ins Spiel.

Holding-Einstieg war illegal

Aus der Entscheidung des Schiedsgerichts vom 21. September geht hervor, dass der Einstieg der Schweizer Swarovski International Holding in das Stammhaus in Wattens und weitere Einschränkungen der Gesellschafterrechte offenbar rechtswidrig waren. Alle damit verbundenen rechtswidrigen Beschlüsse seien demnach nichtig bzw. müssten rückabgewickelt werden.

Somit wären alle Gesellschafter wieder direkt beteiligt und der bekannte Familienbeirat aus sechs Mitgliedern – darunter auch IV-Präsident Swarovski – würde weiterhin die Interessen der Gesellschafter im In- und Ausland vertreten und die Geschicke des Kristallkonzerns leiten.

Als zentraler Punkt der Strukturreform, die von Ex-CEO Robert Buchbauer angetrieben worden war, galt der damalige Einstieg der in der Schweiz ansässigen Swarovski International Holding (SIH) in die Daniel Swarovski KG in Österreich im Zuge einer Kapitalerhöhung. Laut den damaligen Beschlüssen hätte die SIH mit über 80 Prozent die Mehrheit übernommen.

Familienverfassung gebrochen

Dadurch wurden die Rechte der einzelnen Familienmitglieder, sprich Gesellschafter, …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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