POLITIK

Fünf steirische Gemeinden machten mit Biogasanlage Millionenverlust

Landesrechnungshof erkannte bei Prüfung Verbindlichkeiten von 18,7 Mio. Euro. FPÖ und Grüne sehen „Megaskandal“.

Ein Bericht des steirischen Landesrechnungshofs bringt sowohl Bürgermeister als auch die Gemeindeaufsicht fünf betroffener Kommunen in Bedrängnis: Es geht um die NGS Naturgas GmbH und den Abwasserverband Leibnitzerfeld-Süd (AWV). Vor mehr als zehn Jahren wurde eine Biogasanlage zur Verarbeitung von Klärschlamm geplant, gebaut und mit Millionen an Förderungen sowie Krediten finanziert. Die Erträge blieben aber aus – nun stehen Verbindlichkeiten über 18,7 Mio. Euro zu Buche.

Die Prüfung durch den Rechnungshof war im Vorjahr auf Antrag von Mitgliedern des steirischen Landtags in Angriff genommen worden. Inhalte aus der Rohfassung hatten bereits vor Wochen für Wirbel gesorgt. Am Dienstag wurde der fertige Bericht unter der Leitung von Direktor Heinz Drobesch veröffentlicht: Auf 204 Seiten werden zahlreiche gefundene Mängel und Fehler dargelegt.

„Massive Verbindlichkeiten“

„Unter keinem guten Stern“ sei die Errichtung und der Betrieb der Biogasanlage gestanden, fasste der Rechnungshof am Dienstag den Prüfbericht zusammen: „Seit 2011 erfolgten Investitionen für den Bau dieser Anlage, auch mit Förderungen auf Bundes- und Landesebene. Doch aufgrund der verfahrenstechnischen Komplexität war ein dauerhafter Vollbetrieb der Anlage zu keinem Zeitpunkt möglich. Daher türmten sich massive Verbindlichkeiten in Höhe von 18,7 Millionen Euro auf.“

Errichter war der AWV, gemeinsam mit einem weiteren Unternehmen. Sie bauten mit dem Tochterunternehmen NGS Naturgas GmbH die Anlage zur Verwertung von Klärschlamm. „Nur kam es nie zu einem Vollbetrieb dieses Projektes. Ab 1. Jänner 2011 war der Abwasserverband alleiniger Gesellschafter an der NGS – zehn Jahre später erfolgte aufgrund der Überschuldung der NGS die verschmelzende Umwandlung dieser Gesellschaft auf den Abwasserverband, womit auch sämtliche Verbindlichkeiten auf diesen übergingen“, so der Rechnungshof. Es sei somit durch die Gründung, den Betrieb und die nunmehrige Umwandlung der NGS ein zusätzlicher Aufwand für den Abwasserverband entstanden.

Gemeinden müssen Kosten tragen

Die Kosten mussten und müssen nun die Mitglieder des Verbands, …read more

Source:: Kurier.at – Politik

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