POLITIK

UNO-Menschenrechtsrat stimmte für Resolution gegen Iran

Irans UNO-Vertreterin bezeichnet die Resolution als „ungeheuerlich und schändlich“.

Der UNO-Menschenrechtsrat hat eine Resolution gegen den Iran verabschiedet, mit der das gewaltsame Vorgehen der Führung in Teheran gegen die Protestbewegung unabhängig untersucht werden soll. Die Mehrheit des Gremiums folgte damit am Donnerstag in Genf einem Antrag Deutschlands und Islands. Dabei sollen Experten Verstöße gegen die Menschenrechte dokumentieren und Beweismaterial sammeln, um Verantwortliche für die Gewalt eines Tages zur Rechenschaft ziehen zu können.

Der Rat verabschiedete eine entsprechende Resolution mit 25 Ja-zu 6 Nein-Stimmen, bei 16 Enthaltungen. China versuchte in letzter Minute, den Paragrafen, der die unabhängige Untersuchung forderte, aus der Resolution zu streichen.

„Ausgemachte Menschenrechtskrise“

Zum Auftakt der Sondersitzung zeichnet der zuständige Hochkommissar ein düsteres Bild über die Lage im Iran. „Die unnötige und unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt im Iran muss ein Ende haben“, so der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, vor dem Gremium in Genf und bezeichnete das Vorgehen gegen Demonstrierende als „Tyrannei“. Es herrsche eine „ausgemachte Menschenrechtskrise“ im Iran, 14.000 Menschen, darunter Kinder, seien wegen der Proteste festgenommen worden, sagte der österreichische Jurist. Besorgniserregend sei auch die zunehmende Zahl an Todesurteilen.

Die Menschen im Iran hätten keine Stimme in den Vereinten Nationen, betonte die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock. „Der Menschenrechtsrat wurde aber geschaffen, um die Stimme der Menschen zu sein, deren unteilbare Rechte bei ihnen zu Hause verwehrt werden.“ Die Verantwortlichen des iranischen Regimes müssten zur Rechenschaft gezogen werden. „Heute zählt jede Stimme.“ 50 Staaten haben laut Baerbock die Resolution eingebracht, es können aber nur die 47 Mitgliedstaaten des Menschenrechtsrats darüber entscheiden.

Deutschland und andere „arrogante Staaten“

Die iranische Vertreterin im UNO-Menschenrechtsrat, Khadijeh Karimi, wies den Entwurf für den Beschluss als „ungeheuerlich und schändlich“ zurück. „Die Islamische Republik Iran bedauert zutiefst, dass der Menschenrechtsrat erneut missbraucht wird von einigen arroganten Staaten, um einen souveränen UNO-Mitgliedstaat zu verärgern, der vollumfänglich zu …read more

Source:: Kurier.at – Politik

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