Berliner Rentner platzt bei RTL II der Kragen: „Wir werden vom Staat verarscht“

Reinhards Freunde haben Verständnis für seine Entscheidung. Trotzdem fällt der Abschied schwer.

Die RTL-II-Doku “Armes Deutschland” gibt Einblicke in den harten Alltag von Sozialhilfe-Empfängern.Weil seine Rente kaum zum Leben reicht, will der 71-jährige Reinhard nach Bulgarien auswandern – seine Freunde sind fassungslos.Oben im Video erklärt ein Armutsforscher: “So können wir die Armut in Deutschland zielgerichtet bekämpfen!”

Reinhards Koffer sind gepackt. Fast ein Jahr lang hat der 71-Jährige sich auf seinen Umzug nach Bulgarien vorbereitet. Der Berliner ist sich sicher: schlimmer als in Deutschland kann es ihm dort nicht gehen.

Denn mit seiner Rente lebt Reinhard hierzulande unter dem Existenzminimum – und das, obwohl der Berliner 47 Jahre lang treu gearbeitet hat. Gegenüber einem Kamerateam von RTL II, das ihn für die Doku “Armes Deutschland” begleitet, sagt er: “In Deutschland bin ich mit meiner Rente lebendig begraben.”

In Bulgarien hingegen sind die Lebenshaltungskosten, allen voran die Mieten, viel billiger. In einem kleinen Ort an der Schwarzmeerküste hofft Reinhard also in Würde altern zu können.

Altersarmut in Deutschland

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts beziehen derzeit mehr als eine Million Deutsche Leistungen der Grundsicherung, nicht wenige davon haben 40 Jahre lang gearbeitet und können trotzdem nicht von ihrer Rente leben.

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung wird bis 2036 jeder fünfte 67-Jährige in Deutschland von Altersarmut bedroht sein.

“Rentner müssen auswandern”

Seine Freunde aus dem Trabbi-Verein sind fassungslos, dass Reinhard sich zum Auswandern gedrängt fühlt.

“Er war immer für alle da und jetzt reicht seine Rente nicht mehr, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren? Verdammt traurig!”, findet Reinhards Freund Jürgen.

Trotzdem haben die meisten Verständnis für die Entscheidung.

“Ich habe vollstes Verständnis für das was Reinhard macht,” sagt ein anderer Vereinskollege, “weil die Situation hier in Deutschland so bescheuert ist, dass die Rentner auswandern müssen.”

Wir haben …read more

Source:: The Huffington Post – Germany

Wie Medien in Österreich drangsaliert werden, habe ich am eigenen Leib erfahren

Österreichs Innenminister Herbert Kickl spricht bei einer Grenzschutzübung zu Polizisten. Die Übung an der Grenze zu Slowenien sollte die Abwehr von Flüchtlingen schulen.

Neun Punkte, fünf Seiten und ein gewaltiger Aufschrei.

Eine Rundmail des von der rechtspopulistischen FPÖ geführten Innenmisteriums an die Polizeidirektionen des Landes erschüttert derzeit die Öffentlichkeit in Österreich.

Der brisante Inhalt, der von der Wiener Zeitung “Falter” geleakt wurde: “Kritische Medien” – neben dem “Falter” sind namentlich “Der Standard” und “Der Kurier” – sollen informationstechnisch kurzgehalten, die Kommunikation mit ihnen auf “das nötigste Maß” beschränkt werden. Sexualdelikte hingegen wünscht sich das von FPÖ-Politiker Herbert Kickl geleitete Minisierum prominent kommuniziert.

Teilt das. Retweetet das.
Schaut, dass es jeder liest. Infosperre für die Schlimmen,
Zuckerln für die Braven. Die offizielle Informationspolitik von Innenminister Herbert Kickl.
#kicklpic.twitter.com/GrqDBsv8Ox

— Florian Klenk (@florianklenk) September 24, 2018

Das Dokument macht deutlich: Ganz offen versucht Österreichs rechte Regierung nun die Pressefreiheit einzuschränken. Wie das abläuft, musste ich in Oberösterreich schon selbst am eigenen Leib erfahren.

Ein Staat nach Wunsch der Wirtschaftseliten

Oberösterreich nimmt in Österreich nicht nur wirtschaftliche Entwicklungen, sondern oft auch politische Entwicklungen vorweg. So auch in Sachen Schwarz-Blau, dem Koalieren zwischen der konservativen ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ.

Schon seit 2015 regiert in dem Bundesland mit der Hauptstadt Linz eine schwarz-blaue Koalition. Zwei Jahre später folgte der Bund dem oberösterreichischen Vorbild: der Kanzler heißt Sebastian Kurz, FPÖ-Chef Strache ist Vize-Kanzler. Innenminister wurde der bekannte Scharfmacher Kickl.

Wirtschafts- und sozialpolitisch versuchen solche Regierungen weitestgehend die Vorgaben von Wirtschaftsvereinigungen und neoliberaler Thinktanks umsetzen, das Land wird nach den Wünschen der wirtschaftlichen Eliten umgestaltet.

Die dabei erfolgten Maßnahmen, die oft im Gegensatz zu den Interessen erheblicher Teile der Bevölkerung stehen, müssen medial begleitet und vermittelt werden. Dafür braucht es eine möglichst willfährige Medienlandschaft.

Kampagnen gegen jene fahren, die Widerrede leisten

In Oberösterreich hat man hier bereits große “Fortschritte” erzielen können: Rechte Boulevard- und konservative Qualitätszeitungen dominieren den Markt, „fürs Grobe“ gibt es extrem rechte …read more

Source:: The Huffington Post – Germany