iBorderCtrl: Was man zu den automatisierten EU-Grenzkontrollen wissen muss

Ein Lügendetektor könnte künftig Beamten an den EU-Grenzen dabei helfen, Reisende zu kontrollieren. Der Detektor ist Teil eines größeren EU-Projektes zu automatisierten Grenzkontrollen namens iBorderCtrl. Bei ersten Versuchen außerhalb der Forschungslabors erreichte dieser Lügendetektor eine Genauigkeit von rund 75 Prozent. Diese beiden Fakten aus dem Horizons-2020-Forschungsprojekt sorgen derzeit für reißerische Schlagzeilen und für Empörung in den sozialen Medien. Doch bei genauem Hinsehen ist es nicht ganz so, wie häufig suggeriert wird. Was muss man dazu wissen?

Eine Genauigkeit von 75 Prozent bedeutet in diesem Fall nicht, dass künftig 25 Prozent aller in die EU Einreisenden als „Lügner“ klassifiziert und womöglich an einer Einreise gehindert werden. Aus zweierlei Gründen: „Es handelt sich um einen Risk-Score“, sagt Jim O’Shea von der School of Computing, Mathematics and Digital Technology der University of Manchester, „nicht um die Feststellung, dass jemand Lügner ist“.

Die Reisenden werden im Projekt, das nächstes Jahr in eine neunmonatige Probephase mit freiwilligen Probanden startet, unter anderem von einem Avatar befragt, beispielsweise zum Inhalt ihres Gepäcks, ihrer Herkunft und ob es einen Angehörigen oder Freund gibt, der ihre Identität bestätigen kann – und welches Verhältnis sie zu dieser Person haben.

Der Lügendetektor als eine Art Back-up

Das System, das auf maschinellem Lernen basiert, „hört“ dabei nicht zu: es geht nämlich nicht um den Inhalt des Gesprochenen, sondern darum, wie sich der Betroffene verhält. Ob jemand mutmaßlich lügt, interpretiert das System unter anderem aus feinsten Regungen des Gesichts oder auch der Körpersprache, erklärt O’Shea, „beispielsweise, ob sich jemand im Stuhl vor- oder zurückbewegt“.

Dieser Score fließt ein in einen Wert, der durch weitere Ergebnisse ergänzt wird, beispielsweise Daten aus der biometrischen Gesichtserkennung, Fingerabdrücke und ähnlichem. Dieser Wert wiederum wird an die Grenzbeamten gemeldet, die dann entscheiden, ob sie die Person kontrollieren wollen.

Aber wieso braucht man einen Lügendetektor, wenn doch Gesichtserkennung, Fingerabdrücke und Visa-Kontrolle schon recht zuverlässig sind? …read more

Source:: Berliner Zeitung – Digital

Sollen schlaflos, süchtig, unfruchtbar machen: Sind Smartphones wirklich so schädlich?

Es ist ein kleines Gerät, das unseren Alltag revolutioniert hat. Seit gut zehn Jahren ist das Smartphone auf dem Vormarsch – mittlerweile nutzen es acht von zehn Menschen in Deutschland. Der Branchenverband Bitkom schätzt die Zahl der Smartphone-Nutzer hierzulande auf 57 Millionen. Längst hat die Technik das Land erobert, viele Menschen aber sind verunsichert: Was machen Smartphones mit unserer Gesundheit? Können sie süchtig machen oder sogar Krebs verursachen?

Sieben Smartphone-Mythen im Faktencheck:

BEHAUPTUNG: Smartphones können süchtig machen

BEWERTUNG: Stimmt.

FAKTEN: „Mit der Ankunft des Smartphones hat die Online-Sucht eine neue Dynamik erhalten“, sagt der Suchtforscher Bert te Wildt, Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen bei München. Insbesondere die Abhängigkeit von sozialen Medien habe durch das Smartphone zugenommen. „Wenn morgens der erste Blick aufs Handy geht und abends auch der letzte, dann müssen sich Betroffene fragen: Dient dieses Gerät noch mir oder diene ich ihm?“

Rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland gilt bereits als internetabhängig. Betroffen sind vor allem Jüngere: In der Altersgruppe von 14 bis 24 Jahren zeigen 2,4 Prozent der Frauen und 2,5 Prozent der Männer ein Suchtverhalten. Zu diesem Ergebnis kommt die sogenannte „Pinta“-Studie, die im Auftrag der Bundesregierung von dem Lübecker Psychologen Hans-Jürgen Rumpf durchgeführt wurde.

Dabei beobachtet Rumpf einen Geschlechterunterschied: Während junge Männer für Online-Spiele und Pornografie anfällig sind, neigen junge Frauen eher zu einer Sucht nach sozialen Medien. „Und diese Sucht wird vor allem über das Smartphone befriedigt“, sagt te Wildt. Er empfiehlt, die eigene Nutzung zu kontrollieren: „Es ist sinnvoll, sich Zeiten, Räume und Situationen zu überlegen, in denen das Smartphone aus ist – das kann beim Essen sein oder eine Stunde vor dem Schlafengehen.“

BEHAUPTUNG: Smartphone-Nutzung kann unserem Rücken und unseren Händen schaden

BEWERTUNG: Stimmt.

FAKTEN: „Smartphones vereinen Display und Tastatur. Durch diese Einheit ist es eigentlich nicht möglich, eine Haltung zu finden, die gleichzeitig für alle Körperbereiche optimal ist“, sagt …read more

Source:: Berliner Zeitung – Digital