Gopfried Stutz: Dem geschenkten Gaul schaut der Steuerzahler nicht ins Maul

SonntagsBlick-Kolumnist Claude Chatelain

Besitzen Sie Aktien? Dann passen Sie auf, in der Steuererklärung nicht zu hohe Dividenden zu deklarieren. Nicht wenige AGs nehmen Ausschüttungen vor, die weder der Einkommens- noch der Verrechnungssteuer unterliegen.

Es gibt die Dividende, die als Einkommen zu versteuern ist. Aber es gibt häufig auch eine Rückzahlung des Kapitals, die interessanterweise nicht zu versteuern ist. Man muss auf dem Bankbeleg gut hinschauen, ob dort „Dividende» oder „Kapitalrückzahlung» geschrieben steht. Wird eine Dividende ausbezahlt, werden 35 Prozent Verrechnungssteuer abgezogen.

Rund 60 der an der Börse gehandelten Schweizer Unternehmen machten im vergangenen Jahr von dieser steuerfreien Ausschüttung aus Kapitaleinlagereserven Gebrauch, darunter Allreal, Calida, Clariant, Credit Suisse, Julius Bär, LafargeHolcim, Lonza, Sunrise, Swiss Life, UBS, Zurich. Ausgerechnet Grossbanken, die nach wie vor auf ­einem sehr dünnen Kapitalpolster sitzen, nehmen das Geld für die Ausschüttung nicht vom Gewinn, sondern von den Kapitaleinlagereserven, wie sie durch Fusionen oder Kapitalerhöhungen gebildet werden können. Laut NZZ verfügen die beiden Grossbanken dank zahlreicher Kapitalerhöhungen über genügend hohe Reserven, um ihre Aktionäre über zehn Jahre mit einer steuerfreien Ausschüttung zu beglücken. Dass damit dem Fiskus Milliarden entgehen, braucht Sie nicht zu kümmern.

Auch Ex-Finanzminister Hans-Rudolf Merz kümmerte dies nicht, dem wir das Steuergeschenk zu verdanken haben. Er hat es in die Unternehmenssteuerreform II verpackt, der wir vor zehn Jahren an der Urne äusserst knapp zustimmten. Das Geschenk war so gut in der komplizierten Reform versteckt, dass die wenigsten begreifen konnten, über was wir eigentlich abstimmten. Die Linken warfen Merz daher vor, das Stimmvolk hinters Licht geführt zu haben. Wer weiss – vielleicht war jene Irreführung mit ein Grund, weshalb der Souverän vor einem Jahr die Unternehmenssteuerreform III versenkte. Nun wird bekanntlich in der Wandelhalle in Bern über eine Neuauflage der Unternehmenssteuerreform III verhandelt. Linke Politiker verlangen, die steuerfreie Kapitalauszahlung abzuschaffen.

Steuersystematisch mag die Steuerbefreiung logisch erscheinen: Dividenden und …read more

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

Wirtschaftsführer machen Druck für 5G: Schweiz AG will schnelles Handy-Netz

Die ultraschnelle 5G-Technologie beschäftigt Bundesbern weiter. Namhafte Wirtschaftsvertreter machen sich für eine Lockerung der Strahlengrenzwerte stark. Bald kommt es zum Showdown im Ständerat.

CEO Urs Schaeppi (59) sorgte für die Überraschung der letzten Woche: Swisscom will noch in diesem Jahr mit der neuen Mobilfunk-Technologie 5G loslegen (BLICK berichtete).

Damit dürfte die Schweiz zu den ersten 5G-Ländern auf der Welt zählen. Wenn Bundesbern das fürs Land wichtige Infrastruktur-Thema nicht auf die lange Bank schiebt.

Die Wirtschaft ist alarmiert. Der Netzausbau droht zu stocken. Sie fürchtet deshalb, den Anschluss an die digitale Transformation zu verpassen. 5G gilt als Wettbewerbsvorteil, als eine Grundvoraussetzung für die Digitalisierung vieler Wirtschaftsbereiche, wie der öffentliche Verkehr.

Jetzt wächst der Druck für ein 5G-taugliches Handynetz. Nach Swisscom-CEO Schaeppi schalten sich auch andere Wirtschaftsführer in die Diskussion ein. Sie drängen auf einen raschen Mobilfunkausbau, schreibt die „NZZ am Sonntag». Dazu gehöre, dass Verbände eine Lockerung der zurzeit im Mobilfunk gültigen Strahlengrenzwerte fordern.

Geballte Wirtschaftsmacht gelangt an Ständerat

In einem Schreiben an den Ständerat, das BLICK vorliegt, weibeln dafür der gesamte digitale Beirat des Bundesrates sowie mächtige Wirtschaftsführer. Unter anderen: André Kudelski (57) von Innosuisse, SBB-Chef Andreas Meyer (56), Postchefin Susanne Ruoff (60), Google-Schweiz-CEO Patrick Warnking (50), FDP-Politiker und Unternehmer Ruedi Noser (56), Monika Rühl (54), Direktorin vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse, sowie Marc Walder (52), Gründer der Standortinitiative Digitalswitzerland und Ringier-CEO.

„Eine Anpassung der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) ist für eine zeitgemässe Errichtung der Mobilfunkinfrastruktur und eine wettbewerbsfähige digitale Schweiz dringend nötig», heisst es im Schreiben an den Ständerat weiter.

Vorstoss demnächst im Ständerat behandelt

Schon am 5. März entscheidet der Ständerat über einen Vorstoss für höhere Strahlungsgrenzwerte im Mobilfunk. Es könnte äusserst knapp werden: In der Kommission kam dieser nur mit sieben zu sechs Stimmen durch.

Gegen eine Lockerung der Mobilfunkgrenzwerte stellt sich …read more

Source:: Blick.ch – Wirtschaft