Superbiokleber aus Berlin: Kann man dank Miesmuscheln bald Gewebe und Knochen kleben?

Seit langem versuchen Forscher weltweit, einen idealen Klebstoff zu produzieren, der die Behandlung in der Medizin revolutionieren könnte. Notfallmediziner und Operateure bräuchten solch einen Superkleber, um Hautwunden, zerrissenes Gewebe, gebrochene und zersplitterte Knochen zu heilen, ohne nähen, schienen oder nageln zu müssen. Der Klebstoff müsste biologisch abbaubar sein und auch bei Feuchtigkeit funktionieren. Der Markt dafür wäre riesig.

In der Natur gibt es solch einen Superkleber bereits. Miesmuscheln (Mytilus edulis), die sich auch in starken Strömungen am Meeresboden festhalten müssen, produzieren ihn. Ihr biologischer Klebstoff funktioniert auf allen Oberflächen, unter und über Wasser. Der wichtigste Bestandteil des Klebers ist eine Aminosäure, die Dopa genannt wird.

Forscher der Technischen Universität (TU) Berlin haben jetzt einen Weg gefunden, diesen biologischen Unterwasserklebstoff selbst zu produzieren, und zwar auf der Grundlage von umprogrammierten Darmbakterien. Das Besondere dabei ist, dass die Klebeeigenschaften „angeschaltet“ werden können, sobald man sie braucht – und zwar durch die Bestrahlung mit Licht, wie die TU Berlin mitteilt.

Die Forscher, die diesen weltweit wohl bisher einmaligen Klebstoff erfanden, sitzen in Charlottenburg, in einem viergeschossigen Gebäude in der Müller-Breslau-Straße. Von dort aus blickt man direkt auf den Landwehrkanal und die große rosa Röhre der Strömungsversuchsanstalt der TU, die auf der Schleuseninsel steht.

Im ersten Obergeschoss des ehemaligen Gebäudes der Lebensmittelchemiker arbeitet die Gruppe des aus Kroatien stammenden TU-Professors für Biokatalyse, Nediljko Budisa. Sie hat den neuen biologischen Superklebstoff gemeinsam mit anderen Gruppen des TU-Exzellenzclusters UniCat entwickelt. Ihre Ergebnisse sind in der Zeitschrift ChemBioChem veröffentlicht worden.

Darmbakterien als Grundlage

Wissenschaftler aus Budisas Arbeitsgruppe wollen nun aus der Universität heraus ein Unternehmen gründen, um den Klebstoff weiterzuentwickeln und eines Tages zu vermarkten. Maßgeblich daran beteiligt sind Matthias Hauf und Christian Schipp. Im Besprechungsraum ihrer Forschungsetage erklären sie, wie der Klebstoff funktioniert. Die Basis dafür seien Bakterienkulturen, sagt Hauf, konkret: Darmbakterien, „das Arbeitspferd der Biotechnologie“.

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Source:: Berliner Zeitung – Wissen

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Source:: Wiener Zeitung – Wissen