Gelähmter kann wieder gehen: Was biblisch klingt, ist ein Neurosimulator

Ein Wunder, ein Wunder! So klingen in einschlägigen Filmen die Reaktionen, wenn plötzlich Blinde wieder sehen und Gelähmte wieder gehen können. Nun scheint US-amerikanischen Medizinern solch ein Wunder gelungen zu sein. An der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, schafften sie es, einen gelähmten jungen Mann wieder zum Aufstehen und Gehen zu bringen. Er heißt Jered Chinnock, ist 26 Jahre alt und wurde bei einem Schneemobil-Unfall vor fünf Jahren am sechsten Brustwirbel verletzt. Seine Beine seien seitdem „komplett sensomotorisch gelähmt“, heißt es im Bericht der Mediziner.

Doch nun zeigt ein Video, wie er lächelnd ein Bein vors andere setzt, wenn auch steif und sehr wackelig. Er hält sich dabei an einem Rollator fest und wird vorn und hinten von je einem Therapeuten unterstützt. Wie die Forscher um Kendall Lee und Kristin Zhao im Fachjournal Nature Medicine berichten, habe der Patient mit 331 Schritten insgesamt 102 Meter zurückgelegt. Es sei das erste Mal, dass geschädigtes Rückenmark wieder aktiviert werden konnte, so die Mediziner. Dies sei über Elektrostimulation mittels eines am Rückenmark implantierten computergesteuerten Impulsgebers erreicht worden.

Elektrische Reize

Jered Chinnock wurde 2016 für den Versuch ausgewählt, weil sein Rückenmark nicht vollständig durchtrennt ist. Die Mediziner wollten herausfinden, wie weit sie bei ihm mit der Methode der Epiduralen Elektrostimulation (EES) kommen. Bei dieser wird versucht, das Nervennetz im Rückenmark zu reaktivieren. Der dazu nötige Neurostimulator mit 16 Kontaktelektroden wurde bei Jered Chinnock unterhalb des verletzten Brustwirbels auf der Dura – Schutzschicht – des Rückenmarks implantiert. Mit einer Fernbedienung konnten die Frequenz und die Intensität der elektrischen Reize gesteuert werden.

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Source:: Berliner Zeitung – Wissen

Elektrostimulation bringt Gelähmten zum Gehen

Rochester. Mit etwas Hilfe kann ein Gelähmter wieder einige Schritte gehen. Mit diesem Erfolg sorgt ein Forscherteam an der Mayo Clinic in Rochester derzeit für Aufsehen. Mittels elektrischer Rückenmarkstimulation und 43 Wochen Rehabilitationstherapie konnte der Patient mit 331 Schritten 102 Meter zurücklegen. Für den Gang benötigte er allerdings einen Rollator und die Unterstützung an der Hüfte durch einen Therapeuten, wie die Mediziner im Fachblatt „Nature Medicine“ berichten… …read more

Source:: Wiener Zeitung – Wissen