Interview mit Peter Scholze: „Mathematiker brauchen eine hohe Frustrationstoleranz“

Er war nicht gut in Sport, dafür aber in Mathe. Peter Scholze ist erst 30 Jahre alt, hat aber schon viel erreicht. Mit 24 Jahren, fünf Jahre nach seinem Abitur am Heinrich-Hertz-Gymnasium in Berlin-Friedrichshain, wurde er bereits Mathematik-Professor in Bonn. Schon bald galt er als einer der brillantesten Mathematiker der Welt.

Ein Beweis dafür: Anfang August wurde ihm auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Rio de Janeiro die hoch angesehene Fields-Medaille verliehen. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ist so etwas wie ein Nobelpreis für Junioren, denn die Preisträger dürfen nicht älter als 40 Jahre sein. Sein Erfolg sei jedoch hart erarbeitet, berichtet Peter Scholze. Rückschläge gehörten zur Karriere dazu.

Herr Professor Scholze, ist die Fields-Medaille für Sie eine Bürde oder eine Chance?

Obwohl der Gewinn der Fields-Medaille auch die Chance eröffnet, die daraus resultierende Bekanntheit etwa zur Popularisierung der Mathematik zu nutzen, werde ich mich weiterhin ganz auf meine Forschung konzentrieren. Insofern kann es vielleicht auch eine gewisse Bürde sein. Aber ich hoffe, dass ich in Zukunft nicht so stark durch den Preis von meiner Arbeit abgelenkt werde. Ich habe auf jeden Fall eine ganz tolle Erinnerung an Rio de Janeiro, wo ich ausgezeichnet wurde. Es ist eine große Ehre und ich empfinde viel Freude.

Was treibt Sie in Ihrer Forschung an? Haben Sie die Hoffnung, einmal für eine große Revolution in der Mathematik zu sorgen?

Ich will einfach die grundlegenden Strukturen der Mathematik verstehen. Man kann keine Revolution dadurch anstoßen, nur weil man es will oder wünscht. Ich will einige konkrete Probleme in der Grundlagenforschung besser verstehen, das ist mein Ziel. Zum Beispiel gibt es ein paar Vermutungen, zu denen ich die Lösung finden möchte und die Grundstrukturen besser verstehen, die dahinter liegen.

Sie beschäftigen sich mit Zahlen. Halten Sie es mit dem griechischen Philosophen Platon, der lehrte, dass die Zahlen unabhängig vom Menschen als …read more

Source:: Berliner Zeitung – Wissen

An Golfküste Floridas herrscht Ausnahmezustand

Sarasota (Florida). Seit Wochen sterben dort massenhaft Delfine, Meeresschildkröten, Fische und andere Meereslebewesen wegen der sogenannten roten Flut. Mehr als hundert Tonnen toter Meeresbewohner wurden allein in diesem Monat an den Stränden der Südwestküste des US-Bundesstaates eingesammelt. Schuld sind vermutlich von Einzellern freigesetzte giftige Gase. Im Bezirk Sarasota wurden in den vergangenen Tage zwölf tote Delfine angespült, so viele wie sonst in einem ganzen Jahr… …read more

Source:: Wiener Zeitung – Wissen