Altersforschung: Das Geheimnis der Methusalem-Tiere

Es ist das Jahr 1750. In wenigen Jahren wird der Siebenjährige Krieg ausbrechen, Preußen wird vom „Alten Fritz“ regiert, und die USA gibt es noch nicht. Auch Mozart und Darwin sind noch nicht geboren, Goethe ist gerade ein Jahr alt. Und es wird noch zwei Jahre dauern, bis Benjamin Franklin den Blitzableiter erfindet. Aus heutiger Sicht also eine längst vergangene Zeit.

Doch es gibt vermutlich einen Zeugen aus dieser Epoche, der bis ins 21. Jahrhundert überlebt hat: eine Aldabra-Riesenschildkröte namens Adwaita, die vermutlich um das Jahr 1750 auf den Seychellen geschlüpft ist und im März 2006 im Zoo von Kalkutta starb – im stolzen Alter von 256 Jahren.

Überhaupt gelten Schildkröten als die Methusalems unter den Wirbeltieren, etliche dieser Reptilien sind auch jenseits ihres 150. Geburtstages quicklebendig. Das Spektrum, das die Natur in Sachen Lebensspanne zu bieten hat, ist breit: Bei manchen Arten liegen Jahrhunderte zwischen Geburt und Tod, bei anderen nur ein paar Tage. Viele Tiere sterben, wenn sie keinen Nachwuchs mehr bekommen können, andere leben auch nach der Menopause weiter.

Aufwendige Recherche von demografischen Daten

Forscher wie Alexander Scheuerlein vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock interessieren die Erklärungen dafür. Auch wüsste er gerne, wie es manchen Arten bewerkstelligen, gar nicht zu altern. Um Antworten darauf zu finden, braucht man jedoch sehr gute Daten. Und die sind oft schwer zu beschaffen.

Wie bei Adawaita ist selbst bei tierischen Promis das Geburtsdatum nicht immer genau dokumentiert. Geschweige denn, dass man Informationen über genügend Artgenossen hätte, um die Lebenserwartung und andere demografische Größen zuverlässig berechnen zu können.

Daher haben sich Alexander Scheuerlein und sein Team eine aufwendige Arbeit aufgehalst. Mithilfe von wissenschaftlichen Suchmaschinen durchforsten sie die Fachliteratur der letzten hundert Jahre nach demografischen Angaben.

Königliche Schwanenbeobachtung

Sie interessieren sich dabei nicht nur für die maximale Lebensspanne einer Art, sondern zum Beispiel auch für das Alter, in dem …read more

Source:: Berliner Zeitung – Wissen

Roter Planet: Können wir künftig auf dem Mars leben?

Unser Nachbarplanet Mars lässt sich mit heute verfügbaren Methoden nicht in eine lebensfreundliche Welt umwandeln. Das schließen US-Wissenschaftler aus einer Inventur des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2 ) auf dem Roten Planeten. Weder mit heutiger noch mit absehbarer Technologie lasse sich genug CO2 auf dem Mars mobilisieren, um seine Atmosphäre ausreichend zu verdichten und seine Temperatur so zu erhöhen, dass flüssiges Wasser auf der Oberfläche existieren könnte. Das erläutern Bruce Jakosky und Christopher Edwards von der University of Colorado im Fachblatt Nature Astronomy.

Eisige Kälte, geringer Luftdruck

Der Mars ist heute eine trockene, kalte Staubwüste. Die Durchschnittstemperatur beträgt minus 55 Grad Celsius, der Luftdruck nur sechs Millibar – rund 170-mal weniger als auf der Erde. Flüssiges Wasser würde wegen des geringen Drucks an der Oberfläche sofort verkochen. Nennenswerte Wasservorkommen sind heute auf dem Mars nur noch in Form von Eis an den Polkappen bekannt – die allerdings unterirdische Seen enthalten können, wie Forscher kürzlich gezeigt hatten.

Die Bedingungen waren vermutlich nicht immer so unwirtlich: Planetenforscher haben zahlreiche Hinweise gefunden, dass es auf dem jungen Mars durch den Treibhauseffekt einer dichteren Atmosphäre sehr viel wärmer war. Der Planet könnte vor Milliarden Jahren sogar einen Ozean besessen haben.

Seit Jahrzehnten wird in Science-Fiction, aber auch in der Wissenschaft über ein sogenanntes Terraforming des Mars spekuliert, um ähnliche Bedingungen wieder herzustellen. Wichtigster Schritt dabei wäre die Anreicherung der Marsatmosphäre mit Treibhausgasen, um Luftdruck und Temperatur steigen zu lassen. Im Laufe der Jahrmilliarden hat der sogenannte Sonnenwind den Großteil der Marsatmosphäre ins All geblasen. Der Sonnenwind ist ein beständiger Strom elektrisch geladener Teilchen von der Sonne. Anders als die Erde…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Wissen