Stéphane Lissner: Kein Zurück zur Nostalgie-Oper

Der Chef der Pariser Oper über die Zukunft des Genres, Stars und das jüngste Publikum der Welt

Stéphane Lissner ist einer der erfolgreichsten und längstdienenden Opernintendanten der Welt. Er leitete zehn Jahre lang das Théâtre du Châtelet in Paris, zwei Jahre das Teatro Real in Madrid, neun Jahre das Festival in Aix, zehn Jahre die Mailänder Scala und war auch Gründer des Théâtre des Bouffes du Nord sowie Musikdirektor der Festwochen. Seit 2014 ist er Chef der Pariser Oper mit zwei Theatern, der Opéra Bastille und dem Palais Garnier.

KURIER: Soeben wurde bekannt, dass Sie im Jahr 2021 die Pariser Oper verlassen. Warum?

Stéphane Lissner: In

Paris gab es ein Gesetz, dass man mit 65 Jahren als Intendant aufhören muss. Als man mich fragte, ob ich von der Scala nach Paris kommen will, habe ich vorgerechnet, dass ich bei Amtsantritt 62 wäre. Drei Jahre als Intendant sind aber lächerlich. Deshalb hat man das Gesetz geändert und mich ein Jahr früher geholt, sodass ich einen Sieben-Jahres-Vertrag bekam. Nun hat mich der Kulturminister gefragt, ob ich weitere drei Jahre bleiben will. Aber ich werde 2021 über 68 Jahre alt sein. Man hätte die Statuten noch einmal ändern müssen. Ich habe geantwortet: Für mich ist alles okay, zu bleiben oder zu gehen. Und so hat man sich entschieden, dass der Vertrag ausläuft, um nicht ein Exempel zu statuieren, das auch Auswirkungen auf den Louvre etc. hat.

Sie haben in Paris viel erreicht. Es inszenieren große Regisseure, es treten immer wieder die besten Sänger auf, auch die Qualität des Orchesters ist mit Musikdirektor

Philippe Jordan gestiegen. Haben Sie die Befürchtung, dass das Rad der Zeit nun zurückgedreht wird?

Ich sage Ihnen, was ich auch zu Präsident Macron gesagt habe: Der größte Fehler, den wir hier seit 30 Jahren machen, ist es, den Kurs immer wieder zu ändern. Von Hugues …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

Neues Selbstbewusstsein: Wie die EU den USA die Stirn bietet

Analyse: Erstmals begehren die Europäer auf – gegen US-Sanktionen, Dollar-Dominanz und WTO-Zerschlagung.

Die Europäische Union sollte Donald Trump fast dankbar sein: Gäbe es nicht die Alleingänge des US-Präsidenten, wäre die

EU aktuell nur noch mit Selbstzerfleischung (Brexit, Rechtsstaatsverfahren gegen Polen und Ungarn) beschäftigt. So sind die Europäer gezwungen, sich zumindest gegenüber den USA ihrer Stärken zu besinnen.

Das bis dato sichtbarste Zeichen, dass ein neuer Wind weht: Die Europäer lassen sich nicht mehr ungefragt die US-Sanktionspolitik aufs Auge drücken. Sie halten trotz des amerikanischen Ausstiegs am Anti-Atomabkommen mit dem

Iran fest.

Das Problem dabei: Die

USA konnten dem Rest der Welt ihren Willen aufzwingen, indem sie recht ungeniert ihre Wirtschaftsmacht ausspielten. Für betroffene europäische Unternehmen war die Rechnung simpel – sie mussten sich entscheiden, ob sie Geschäfte in den USA oder im Iran machen wollten. Wer sich nicht an die Sanktionsvorgaben aus Washington hielt, dem drohten Mega-Geldstrafen oder sogar Verkaufsverbote in den USA.

Die

EU-Kommission war dagegen ziemlich machtlos – ein Gesetz, das die Auflagen für europäische Firmen unwirksam erklärt, hatte eher symbolischen Charakter. Jetzt zeigt sie erstmals den Willen, der US-Dominanz etwas entgegen zu setzen. Das Hauptproblem für den Iran ist nämlich, dass sich keine internationalen Banken finden, die Transaktionen abwickeln. Auch die Oberbank musste einen Rückzieher machen.

Nun kündigte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini an, dass die EU eine eigene Bank für „legitimen“ Zahlungsverkehr mit dem Iran gründet. Diese Art „Verrechnungskonto“ soll es europäischen und anderen Firmen ermöglichen, Maschinen und andere Güter weiterhin in den Iran zu liefern, der weiterhin sein Öl ausführen könnte.

Trumps Sanktionen liefen ins Leere. Der Plan ist mit Russland und China abgestimmt, hieß es.

Euro statt US-Dollar

Die Europäer werden plötzlich selbstbewusster. …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft